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Gazin ibn Pharao

 * 10.05.2009

Vollblutaraber-Wallach (polnisch-ägyptisch), Stockmaß: 148 cm

Züchterin und Besitzerin: Sabine Brockamp

 Gazin ibn Pharao

Pedigree  -  Bildergalerie

Gazin ist ein echtes Glückskind! Zumindest bei seiner Geburt hat er richtig Glück im Unglück gehabt. Seine Geschichte geht wie folgt:

Ich fieberte meiner ersten Fohlengeburt entgegen: "So eine Fohlengeburt ist ein echtes Erlebnis! Es ist kaum zu glauben, wie schnell das abläuft. Normalerweise ist das Fohlen in etwa 10 Min. auf der Welt! Ich hoffe mal es ist noch nicht da, wenn wir gleich in den Stall kommen." - so versprach mir meine Frau. Wir wussten beide nicht, was auf uns alle zukommen würde!

Als für unsere Stute Galina die Zeit gekommen war, dass sie ihr Fohlen Gazin zur Welt bringen sollte, da muss sie irgendwie gespürt haben, dass etwas nicht so war wie bei den Fohlen davor, dass irgendetwas nicht stimmte! Pferde können die Zeit des Abfohlens in gewissen Grenzen kontrollieren. In der freien Natur dient dies dazu einen sicheren Zeitpunkt/einen sicheren Ort zu finden um das Fohlen zu gebähren. Wir vermuten, dass Galina hier auch geschoben und die Geburt hinausgezögert hat. Sie hat gewartet, bis wir abends im Stall auftauchten um nach dem Rechten zu sehen. Sie hat gewußt, dass sie bei dieser Geburt Hilfe brauchen würde! Und unmittelbar als wir nach ihr schauten ging es dann los, "Die Fruchtblase ist schon geplatzt, es geht los!"

Galina legte sich absolut ungünstig in ihrer Abfohlbox mit dem Hinterteil direkt in die Ecke. Man konnte kaum hinter ihr stehen. Die Eihülle erschien und eine flüssigkeitsgefüllte Blase schaute ein Stück aus der Scheide heraus. Dann stand Galina wieder auf, legte sich wieder hin, sie presste, stöhnte - aber nichts rührte sich! Beim vierten Ablegen lag sie endlich in der richtigen Position. Sie schwitze stark und schien große Schmerzen zu haben. Da sich vom Fohlen immer noch nichts zeigte, zog meine Frau ihre Jacke aus, schob sich die Ärmel hoch, brüllte nach Jodseife und Wasser und griff beherzt in die Stute. Welch ein Schock, das Fohlen lag irgendwie falsch! Die kleinen Hufe wurden in Richtung von Galinas Schweifrübe gedrückt. Meine Frau schob die Beine des Fohlens zurück und schaffte es irgendwie, die beiden vorderen Hufe heraus zu ziehen. Ich rief in der Zwischenzeit den Tierarzt an.

Wir rissen die Eihaut auf und versuchten während Galina presste das Fohlen an den Beinen herauszuziehen. Wir hingen beide an je einem Bein und zerrten so fest wir konnten! Während der dritten weiteren Wehe erschien endlich der halbe Kopf des Fohlens. Die Zunge hing schon blau seitlich aus dem Maul! "Ich fürchte das Fohlen ist schon tot!" sagte meine Frau. Der Kopf befand sich nicht wie normalerweise über den Beinen sondern darunter - Das Fohlen lag kopfüber im Muttertier!

Galina quälte sich sichtlich und in ihrer Pein wälzte sie sich auf den Rücken und verharrte in dieser Position. Sie lag dort fast wie ein Hund, die Vorderbeine angewinkelt, die Hinterbeine steil in die Luft gestreckt. Sie presste und wir zogen weiter, aber das Fohlen steckte fest. Nach kurzer Zeit drehte ich Galina an den Beinen in die Seitenlage, während meine Frau das Fohlen an den Beinen festhielt. Hierdurch gelang es irgendwie das Fohlen im Mutterleib zu drehen. Dann konnten wir es mit der nächsten Wehe endlich bis zum Rücken herausziehen. Die Hinterbeine waren noch nicht draußen, als sich auf einmal das Fohlen regte - es lebte doch noch! Schnell zogen wir den kleine Wurm ganz heraus - es war ein kleiner brauner Hengst.

Gazin war durch die Geburt so schwach, dass er nicht mal aufrecht liegen konnte. Mittlerweile war auch die Tierärztin angekommen. Sie untersuchte den Neuankömmling und seine Mutter und stellte fest, dass es beiden den Umständen entsprechend gut ging. Nachdem Gazin das erste Mal getrunken hatte, erwachten seine Lebensgeister sichtbar. Und zwei Tage später verriet nichts mehr, dass ihm der Start ins Leben fast nicht geglückt wäre.


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