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Zara II

* 20. April 1989 - † 3.April 2012

Vollblutaraber-Stute (polnisch), Stockmaß: 143,5 cm

Züchterin: Barbara Burggraf, Besitzerin: Vivien Sonnek

  Zara II

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Am 3. April 2012 mussten wir uns aufgrund ihrer immer weiter fortschreitenden Krebserkrankung schweren Herzens für immer von Zara verabschieden. Wir wollten sie erlösen und ihr ein unnötiges Leiden ersparen, aber die Entscheidung fiel uns nicht leicht.

 

Liebe Zara,

 

danke für die schöne Zeit, die uns immer in Erinnerung bleiben wird!

 Herz Zara

 


 

Anlässlich unserer „Offenstall-Olympiade 2012“ widmete ich Zara meine Musik-Kür „Memories – In meinen Träumen galoppierst Du weiter“.

 Dabei ritt ich ihre Tochter Zayana zu dem Titel „Memories“ der Band Within Temptation.

 

„ … The memories ease the pain inside,
Now I know why.

All of my memories keep you near.
In silent moments imagine you´d be here.
All of my memories keep you near.
Silent whispers, silent tears.

Made me promise I'd try
To find my way back in this life.
I hope there is a way
To give me a sign you're okay.
Reminds me again it's worth it all
So I can go on.

All of my memories keep you near.
In silent moments imagine you´d be here.
All of my memories keep you near.
Silent whispers, silent tears.

Together in all these memories
I see your smile.
All the memories I hold dear.
Darling, you know I will love you
'Til the end of time. … “

 

 

Liebe Zara, in meinen Träumen reise ich jeden Tag zu Dir.

 Ich vermisse Dich heute noch wie vor drei Jahren.

 

 Als die Zeit des Abschiedes nahte,

war es mir unmöglich, eine Welt ohne Dich auszumalen.

In meiner Vorstellung erschien sie mir kalt und leer.

 

Doch mit der Zeit lernte ich, genauer hinzuschauen.

Denn jene, die Dich lieben, hast Du nie ganz verlassen.

 In unseren Gedanken lebst Du weiter.

 

Oft denke ich an die wundervolle Zeit zurück, die ich mit Dir verbringen durfte.

Diese Erinnerungen hüte ich wie kostbare Schätze,

denn sie trösten mich über Deine Abwesenheit hinweg.

 

Ich wünschte, es gäbe einen schönen Ort für Dich,

 eine immergrüne Weide, auf der Du friedlich mit Adler grasen könntest

und wo Du mit Nashra im Wind um die Wette galoppieren würdest.

 

Ich wünschte so sehr, es gäbe einen schönen Ort für Dich,

eine himmlische Wiese für Dich und Deine früheren Freunde,

auf der ich Dich eines Tages wieder besuchen könnte.

 

Doch ich weiß einen anderen Ort, ein kleines Fleckchen in meinem Herzen,

es gehört Dir ganz alleine und so wird es auch immer bleiben.

An diesem Ort begleitest Du mich auf all meinen Wegen.

 

Und in meinen Träumen galoppierst Du weiter…

 Collage Zara

© Christine Schmidli

 


 

1998 ging für mich der Traum eines fast jeden Mädchens in Form eines schneeweißen Pferdes mit Barbie-Pferdemähne in Erfüllung: Zara kam zu uns.

Ursprünglich sollte sie nicht mein eigenes Pferd werden, was mich nicht sonderlich störte, da sie trotzdem (unter anderem) für mich zum Reiten gekauft wurde, und behandelte sie so, als wäre sie mein Pferd. Für mich gab es nur noch Zara hier und Zara dort. Meine Euphorie über die Ankunft unseres Neulings wollte jedoch keiner so recht mit mir teilen.

„Was habt ihr´n euch da für´n Esel angeschafft?!“ Mit diesem Kommentar und ähnlichen wurde meine Mutter des Öfteren zu ihrem neuen Besitz beglückwünscht. Sie verteidigte sich stets schulterzuckend, sie hätte das Pferd nicht ausgesucht, aber ihre Tochter hätte es unbedingt haben wollen. Keiner traute sich jedoch, diese Kommentare direkt an mich zu richten. Sie wollten es nicht riskieren, den Zorn einer Achtjährigen auf sich zu lenken, deren neues Lieblingspferd sie gerade beleidigt hatten. Sehr klug von ihnen!

Objektiv betrachtet, hätte ich jenen Zweiflern wohl Recht geben müssen. Zara war in einem erbärmlichen Zustand. Sie war rippig, ihre lange Mähne und ihr buschiger Schweif waren struppig und ihr Fell wirkte stumpf. Viel schlimmer aber noch war, wie sie sich benahm. Sie stand abseits mit hängendem Kopf und wirkte so teilnahmslos, als hätte sie mit all dem, was um sie herum geschah, nicht das Geringste zu tun. So weit zur objektiven Betrachtung, an der ich mich nicht beteiligte. Für mich war Zara eine strahlende Schönheit, denn ich sah das, was unter diesem traurigen Anblick lag.

Mit viel Geduld, Zeit und Zuversicht bemühte ich mich, ihr Vertrauen zu gewinnen. Ich ließ mich nicht einmal davon entmutigen, dass Zara sich nicht einfangen lassen wollte und sich das erste halbe Jahr ans andere Ende der Koppel begab, sobald sie einen Menschen sah, der sich ihr mit einem Halfter näherte. Meiner Mutter war die Freude, stolze Besitzerin dieser scheuen, aber durchaus flinken Stute zu sein, immer dann besonders anzusehen, wenn sie mir mal wieder half, jene Stute, die vor Aufregung bereits zu schwitzen begann, unter Zuhilfenahme einer Longe in eine Ecke zu treiben, um sie aufhalftern zu können. Wenn es mir erst einmal gelungen war, sie einzufangen, war sie sanftmütig und folgte brav einem achtjährigen Mädchen am Strick. Wir beide wurden zu „einem Herz und einer Seele“ , wie meine Mutter uns später gerne beschrieb, aber bis dahin umrundete der Mond noch einige Male unsere Erde.

In der ersten Woche nach ihrer Ankunft bei uns traute sich Zara nicht einmal, zum Fressen in ihre Box zu laufen. Selbst in den Wochen danach rannte sie wie ein geölter Blitz heraus, sobald sie ein unheimliches Geräusch vernahm – und das konnte durchaus eine Katze sein, die über ihr Dach lief...

Es dauerte ungefähr ein halbes Jahr bis sie beim Einfangen auf der Koppel nicht mehr vor mir flüchtete und es dauerte fast ein weiteres halbes Jahr bis ich sie nicht mehr einfangen musste, weil sie auf Zuruf kam. Es hat lange gedauert, Zara´s Vertrauen zu gewinnen, aber es hat sich gelohnt. Auch meine Mutter stand mittlerweile schon das ein oder andere Mal stolz neben ihr und sagte: „Ja, ja, unsere Zara!“ Da kann ich mir mit breitem Grinsen ein „Unsere Zara?“ nicht verkneifen – ja, seit einigen Jahren gehört sie nun offiziell mir und für kein Geld der Welt würde ich sie jemals verkaufen!


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